🌾 Winter into Spring
Zwischen den Gärten von Fischbach
Der Winter hält noch leise Wacht über Fischbach.
Ein dünner Schleier aus Frost liegt über den alten Gärten,
über Mauern aus Schiefer und den schmalen Pfaden,
die sich zwischen Hecken, Toren und Zäunen hindurchschlängeln.
Hier, im Hunsrück, spürt man den Wechsel der Jahreszeiten nicht nur
man atmet ihn.
Die Erde ruht, aber sie schläft nicht.
Unter den Wurzeln regt sich etwas, das noch keinen Namen trägt.
Ein leises Erwachen, kaum sichtbar, doch fühlbar.
Der Wind streicht über die Dächer, als wolle er die Kälte forttragen,
und irgendwo im Tal ruft schon der erste Vogel nach dem Licht.
Auf diesen alten Wegen,
auf denen früher die Menschen zum Brunnen gingen oder zum Feld,
tritt man heute ein in einen anderen Rhythmus.
Der Gang wird langsamer, der Blick weicher.
Man beginnt zu sehen, was sonst verborgen bleibt –
das kleine Wunder zwischen Stein und Moos,
den ersten Hauch von Grün im Grau.
„Winter into Spring“ –
das ist kein Spaziergang, sondern eine Einladung:
den Übergang zu spüren,
die Stille zu hören,
den Wandel zuzulassen.
Zwischen den Gärten von Fischbach zeigt sich,
dass alles miteinander verbunden ist –
der Mensch, die Erde, das Warten, das Werden.
Hier wird der Winter nicht verbannt,
er wird verabschiedet –
und der Frühling,
er wird nicht gefeiert,
sondern willkommen geheißen.
So gehst du Schritt für Schritt
durch ein Stück Hunsrück,
das in seiner Ruhe erzählt,
was Leben wirklich bedeutet:
Dass jeder Frost vergeht,
und dass in jedem Ende
der Anfang schon bereitliegt.